Über Grenzen hinweg lernen

Eine Fortbildungsreihe für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbetreuung

Im Rahmen einer Kleinprojekteförderung durch die Euregio Inntal führen wir das Projekt „Über Grenzen hinweg lernen“ durch. Hierbei geht es darum, Fortbildungsmodule für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsbetreuung zu konzipieren und anzubieten.

Das Spannende dabei ist, dass wir das Projekt grenzübergreifend gemeinsam mit Bayern machen. Die alltäglichen Herausforderungen der Flüchtlingsbetreuung sind in Bayern und Tirol in vielen Bereichen sehr ähnlich. Zum Teil nur durch ein paar Kilometer und durch die Landesgrenze getrennt sind die AkteurInnen mit sehr ähnlichen bis gleichen Problemen konfrontiert. Ein vermehrter Austausch über die Grenzen hinweg zu den jeweiligen Strategien und Herangehensweisen zur Bewältigung einzelner Aufgaben und Fragestellungen ist daher sinnvoll.

Die gemeinsame Fortbildung und der Austausch von ehrenamtlich Engagierten von hüben und drüben bringen Einblicke in die Herangehensweise und Erfahrungen der jeweils anderen Seite. Dadurch erweitert sich nicht nur der jeweils persönliche Horizont der einzelnen HelferInnen, sondern die Möglichkeiten einer effektiven Hilfestellung werden in der gesamten, grenzübergreifenden Projektregion gesteigert.

Unsere Projektpartner sind das Landratsamt Rosenheim auf der Bayrischen sowie das Amt der Tiroler Landesregierung, Fachbereich Integration auf Tiroler Seite.

Die Konzeption und Umsetzung der Fortbildungsreihe machen wir in enger Kooperation mit dem Bildungswerk Rosenheim.

 

Hintergrund und Ausgangslage des Projekts

Die erhöhte Zuwanderung von Flüchtlingen hat sowohl in Bayern als auch in Tirol viel in Bewegung gebracht. Da wie dort wurden Strukturen mit der Grundversorgung der AsylwerberInnen bzw. mit der Beratung und Betreuung der Asylberechtigten beauftragt, welche diese Aufgaben mit jeweils hauptamtlichen MitarbeiterInnen durchführen. Daneben sind zahlreiche ehrenamtliche Initiativen zur Flüchtlingsbetreuung entstanden. Hüben wie drüben wurde große Solidarität spürbar und unzählige engagierte Menschen sind nach wie vor im Einsatz. Aus dem Bedürfnis vieler Menschen heraus, helfen zu wollen, ist ein großes zivilgesellschaftliches Engagement entstanden, das zur Unterstützung der knappen hauptamtlichen Ressourcen unabdingbar war und ist. Ohne Ehrenamtliche wäre die Begleitung von Flüchtlingen sowohl in Bayern als auch in Tirol wohl kaum zu bewältigen.

Der enorme Einsatz und die Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsbetreuung geht auch mit vielfachen persönlichen Herausforderungen einher. Dazu gehören zum Beispiel die Schwierigkeit der Abgrenzung, Erfahrungen von Überforderung oder Konflikte aufgrund von unterschiedlichen Welt- und Menschenbildern. Bei ehrenamtlich Tätigen darf daher auch die Sorge um sich selbst nicht zu kurz kommen. Auch hier liegen die Mehrwerte auf der Hand, die ein Austausch der ehrenamtlich Engagierten von hüben und drüben bringen. Einblicke in die Herangehensweise und Erfahrungen der jeweils anderen Seite erweitern nicht nur den persönlichen Horizont, sondern steigern vor allem auch die jeweils individuellen Möglichkeiten einer möglichst effektiven Hilfestellung.

Das gegenständliche Projekt wird durch Vernetzung und Austausch über die Grenzen hinweg möglichst viele Aspekte und Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung diesseits und jenseits zusammenführen und bündeln.

Die im Projekt geplanten Fortbildungsmodule werden entsprechendes Wissen und Handwerkzeug vermitteln, welches den Ehrenamtlichen hilft, den Herausforderungen ihres Engagements lösungsorientiert begegnen und aufkommende Fragen klären zu können.